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Vermietungsexperte beklagt: Preise für Neubauwohnungen werden künstlich in die Höhe getrieben

In einem Gastbeitrag in einer Tageszeitung kritisiert Tatjana Schneider, Leiterin des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur an der TU Braunschweig, die aktuelle Vergabeart von Bauaufträgen. Oft würden diese von Kommunen oder Städten ohne Ausschreibung an Baufirmen oder Immobilienentwicklungsunternehmen vergeben. Ein Vermietungsexperte springt ihr nun bei und unterstützt ihre Kritik.

Schneider beklagt, dass Projekte oft hin und her verkauft würden, wodurch der Wert der Immobilien künstliche nach oben geschraubt werde. Sie werden damit zu Gelddruckmaschinen, moniert die Professorin. Wenn eine Stadt einen Bauauftrag vergibt, etwa für den Bau neuer Wohnungen, sollte das eine gemeinwohlorientierte und solidarische Richtungen haben, meint Schneider. Und das sei eben oft nicht der Fall. Auslöffeln müssen die Suppe andere.

„Das Problem fängt schon bei zukünftigen Vermietern an, die Wohneinheiten aus solchen Projekten erwerben“, meint Matthias Heißner, Mitbegründer und Geschäftsführer des Bonitätsprüfers Mietercheck. „Sie müssen für die neue Wohnung einen künstlich nach oben getriebenen Preis zahlen.“ Dieser entspreche dann nicht der Realität der Immobilie.

Solche intransparente „Mehrfachgeschäfte“ würden dann die angespannte Situation auf dem deutschen Wohnungsmarkt nur noch verstärken. „Denn den Vermietern bleibt nichts anderes übrig, als den künstlich nach oben getriebenen Kaufpreis der neuen Immobilie an die zukünftigen Mieter weiterzugeben“, sagt Matthias Heißner. Dabei explodierten die Mietpreise in vielen Regionen ohnehin – das sei weder im Sinne der Mieter, noch der Vermieter. Die öffentliche Hand müsse bei der Vergabe von Aufträgen für Transparenz sorgen. Ein erster Schritt könne die verpflichtende Ausschreibung aller Bauaufträge sein.

Vermietungsexperte beklagt: Preise für Neubauwohnungen werden künstlich in die Höhe getrieben