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Trotz Corona: Ungebrochene Nachfrage

Trotz Corona: Ungebrochene Nachfrage am Immobilienmarkt

Viele Immobilienbesitzer fragen sich bereits seit Monaten, welche Auswirkungen die Coronakrise auf den Wert ihrer Immobilien haben wird. Sowohl bei Miet- als auf bei Verkaufspreisen haben viele Experten die Möglichkeit eines Abwärtstrends gesehen, welcher den Wertzuwächsen der vergangenen Jahre entgegenstehen würde. Tatsächlich halten sich die Preise derzeit noch stabil und bewegen sich entgegen der Befürchtungen tendenziell weiter nach oben. Gründe für diese Entwicklung gibt es einige, eine wirkliche Garantie, dass die Lage in Zukunft so bleibt, kann allerdings niemand geben. Letztendlich werden die Lage auf dem Arbeitsmarkt und die Entwicklung des BIP darüber entscheiden, ob auch in Zukunft mit Wertzuwächsen auf dem Immobilienmarkt zu rechnen ist.

Steigende Immobilienpreise trotz Corona

Die negative wirtschaftliche Entwicklung in der ersten Jahreshälfte war nur wenig überraschend. Das BIP sank im ersten Quartal preis- und saisonbereinigt um 1,9 % und im zweiten Quartal wurde vom Statistischen Bundesamt gar ein Minus von 9,8 % ausgegeben. Tatsächlich waren allerdings überwiegend die Gastronomie sowie der Einzelhandel betroffen, die unter dem durch Corona bedingten Teil-Lockdown der Regierung zu leiden hatten. Auch einige Zulieferer sowie die Logistikbranche hatten mit der Krise zu kämpfen. In anderen Bereichen wie dem Online-Handel stiegen hingegen – mangels geöffneter Alternativen vor Ort – die Einnahmen.

Die Immobilienbranche hingegen war nur kaum von den staatlichen Maßnahmen betroffen. Wohnungsbesichtigungen wurden im schlimmsten Fall nur kurz und regional eingeschränkt. Die Baubranche verzeichnete im Vergleich zu den Vorjahren sogar einen regelrechten Bauboom. Somit konnte sich der Immobilienmarkt weiterhin gut entwickeln. Solange die Nachfrage vorhanden ist und die Einschränkungen die Branche kaum betreffen, muss hier wenig befürchtet werden. Zwar befinden wir uns mittlerweile im zweiten Teil-Lockdown, dafür lässt das dritte Quartal mit einem gestiegenen preis- und saisonbereinigten BIP-Wachstum von 8,2 % zumindest wirtschaftlich auf ein Licht am Ende des Tunnels hoffen.

Prognose für die Zukunft

Eine valide Prognose für die kommenden Monate oder gar Jahre zu treffen ist natürlich nicht möglich. Phasen des Lockdowns und damit verbundene Schwankungen des BIP erschrecken Vermieter wie Investoren gleichermaßen. Verschiedene Aspekte werden in Zukunft wichtig sein und die Entwicklung am Immobilienmarkt beeinflussen. Die Entwicklung der Löhne und Gehälter in den kommenden Monaten und Jahren wird zum Beispiel Einfluss auf die Entwicklung am Wohnungsmarkt haben. Stagnieren diese, könnte es eine geringere Nachfrage nach höherpreisigen Wohnimmobilien geben. Erste Anzeichen, wie zum Beispiel die Lohnsteigerung im Öffentlichen Dienst, deuten jedoch zurzeit nicht darauf hin, dass hier in naher Zukunft Probleme zu befürchten sind.

Ferner ist die „Landflucht“, die aufgrund der Pandemie von einigen Medien prophezeit wurde, bisher nicht eingetreten und wird vermutlich auch ausbleiben. Interesse an einem Leben in der (Groß-)Stadt besteht bei vielen Menschen nach wie vor – so sind auch die steigenden Preise der vergangenen Jahre zu erklären. Ein gegenläufiger Trend ist unwahrscheinlich. Die Investitionsfreude und der Investitionsspielraum von Investoren und Vermietern in den kommenden Monaten wird ebenfalls wichtig für die zukünftige Preisentwicklung. 

Wie Immobilienbesitzer sich nun verhalten sollten

Für Immobilienbesitzer ist es nun wichtig, keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen und ruhig und besonnen mit der Situation umzugehen. Immobilien sind nach wie vor eine nachhaltige Investition und versprechen auch in den kommenden Jahrzehnten hohe Renditen. Hieran wird weder das Covid-19-Virus noch politische Maßnahmen wie eine Mietpreisbremse oder ein Mietendeckel etwas ändern.

Aus diesem Grund sollten Vermieter und Wohnungsgesellschaften nicht vorschnell reagieren und Mietpreise senken. Mancherorts dauert es aktuell sicher etwas länger, neue Mieter zu finden und auch die Anfragen auf manche Wohnungsannoncen dürften in manchen Regionen leicht zurückgegangen sein. Allerdings sollte an dieser Stelle nicht vergessen werden, dass sich Deutschland derzeit in einem Lockdown befindet. Viele Einrichtungen des sozialen Lebens haben geschlossen und die Bevölkerung wird dazu aufgerufen Kontakte zu minimieren. Wer mit seiner Wohnsituation unzufrieden ist, wird nicht unbedingt in der aktuellen Zeit auf Wohnungssuche gehen, sondern etwas warten. Ebenso verhält es sich mit Objekten, welche zum Kauf angeboten werden: Auch während der Coronakrise steigen die Preise an vielen Orten stetig weiter. In einigen Städten mögen sich zwar weniger Interessenten auf zum Verkauf stehende Objekte melden, ein Grund für Preissenkungen ist dies aber nicht.

Letztendlich positive Aussichten

Der Immobilienmarkt ist glücklicherweise kaum von der Coronakrise betroffen. Steigende Immobilienpreise sorgen weiterhin für einen Aufwärtstrend auf dem Immobilienmarkt und garantieren steigende Renditen. Verkäufer wie auch Vermieter, die derzeit einen Rückgang der Nachfrage spüren, sind daher gut beraten keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen und im Zweifelsfall abzuwarten. Selbstverständlich werden die kommenden Monate spannend werden, die Nachfrage an Wohnraum wird aber vor allem in den Großstädten kaum zurückgehen, was sowohl die Kauf- als auch die Mietpreise weiter oben hält. Wer also investieren möchte kann dies ohne große Bedenken tun.




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